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Pierre Bonnard

1867–1947

Femme aux canards – Frau mit Enten, 1892
Leimfarbe auf Molton (Baumwollstoff) / 153 x 65 cm
Monogrammiert u. r.: PB (ligiert) /  Inv.-Nr. 1967Ma104
Erworben 1967 mit Unterstützung des Westdeutschen Rundfunks

Kaum ein Maler des ausgehenden 19. Jahrhunderts lässt sich so sehr von der japanischen Kunst inspirieren wie Pierre Bonnard. Wie zuvor die Maler der Schule von Pont-Aven begeistern sich auch andere Nabis-Künstler für die ostasiatische Bildauffassung. Doch einzig Bonnard erhält den Beinamen „le Nabi très Japonard“ („der sehr japanische Nabi“). Bereits das schmale, längsrechteckige Format seines Frühwerks „Frau mit Enten“ ist eine Reminiszenz an die hochformatigen japanischen Rollbilder, die Kakemonos. Die in der Bildmittelachse stehende junge Frau erinnert an den Figurenstil des japanischen Farbholzschnitts. Die Wahl des Malgrunds ist kein Zufall. Der langhaarige Moltonstoff widersetzt sich dem spontanen Malduktus, verlangt nach geduldigem Pinseltupfen und dämpft die langsam an Kraft gewinnenden Farben, die hier nur partiell die Leuchtkraft späterer Gemälde erreichen.