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NEUSS VOR DEN RÖMERN

Der Neusser Raum war schon vor den Römern besiedelt. Dies zeigen archäologische Funde aus dem Stadtgebiet, darunter ein rund 30.000 Jahre altes Messer aus der letzten Eiszeit.

In den ersten Jahrtausenden nach dem Ende der Eiszeit, der Mittelsteinzeit (Mesolithikum), leben die Menschen als Wildbeuter. Feuersteinabschläge und -geräte in der Erde markieren noch heute ihre Lagerplätze in Neuss, so am Norfbach, im Roseller Bruch und in der Hummelbachaue. Um 5.500 vor Christus breitet sich im Rheinland die im Vorderen Orient „erfundene“ Landwirtschaft aus – die Jungsteinzeit (Neolithikum) beginnt. Die ersten Bauern pflanzen Getreide, Bohnen und Linsen an und züchten Rinder, Schafe, Ziegen sowie Schweine. Das Neusser Stadtgebiet wird erst im Mittelneolithikum kolonisiert: Siedlungsplätze sind aus Norf und Rosellen bekannt. Um 2.800 vor Christus finden die ersten Metallgegenstände ihren Weg aus dem Süden an den Rhein, aber erst um 1.800 vor Christus hat sich die Bronze, eine Legierung aus Kupfer und Zinn, als Werkstoff so etabliert, dass man die nun folgenden Jahrhunderte als Bronzezeit bezeichnet. Funde dieser Epoche sind im Neusser Stadtgebiet nur spärlich vertreten. Etwa um 700 vor Christus löst das Eisen die Bronze in ihrer Bedeutung als Werkstoff ab. Funde der älteren Vorrömischen Eisenzeit (etwa 700 bis 500 vor Christus) sind aus Allerheiligen, Reuschenberg, Selikum und Gnadental sowie aus der Neusser Innenstadt bekannt. Am Golfplatz in Norf wurden eine Siedlung und ein Friedhof der älteren Vorrömischen Eisenzeit ausgegraben.