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NEUSS IM MITTELALTER

An die mittelalterliche Geschichte von Neuss erinnern neben schriftlichen und bildlichen auch archäologische Zeugnisse.

Die Objekte des ehemaligen Neusser Altertumsvereins und der Clemens-Sels´schen Sammlung bilden zusammen mit den von der Bodendenkmalpflege der Stadt Neuss gemachten Funden den Grundstock der Präsentation zur mittelalterlichen Stadtgeschichte. Im 9. Jahrhundert entsteht über den Ruinen der römischen Zivilsiedlung an der Brückstraße ein kleiner Handelsplatz. Die Siedlung am Rheinufer wächst zur Stadt heran und erhält im 12. Jahrhundert eine Stadtmauer. Seit dem 9. Jahrhundert werden in Neuss die Gebeine des Heiligen Quirinus aufbewahrt Der römische Tribun und Märtyrer ist der Stadtpatron und wird als Helfer bei verschiedenen Erkrankungen angerufen. Wegen der im Quirinusmünster aufbewahrten Reliquien entwickelt sich Neuss zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Die erfolgreich abgewehrte Belagerung durch Karl den Kühnen stellt ein weiteres wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte dar. Der Herzog von Burgund kesselt in den Jahren 1474/1475 Neuss fast zehn Monate lang mit seinem Heer ein. Zahlreiche Funde von Waffen und Ausrüstungsstücken zeugen von den schweren Kämpfen während der Belagerung. Nicht nur Hinterlassenschaften kriegerischer Ereignisse, sondern auch Zeugnisse des Neusser Handwerks und Handels gehören zur Sammlung des Hauses. Ein vielfältiger Bestand an Keramik- und Glasgefäßen informiert ebenso über Essgewohnheiten und Tischsitten der mittelalterlichen Neusser wie Pflanzenreste und Tierknochen, die bei Ausgrabungen gefundenen wurden.