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Künstlername
Künstlername

Moissey Kogan

1879–1942

Sitzende mit angewinkeltem rechten Bein und geneigtem Kopf, um 1933
Terrakotta / 36,5 x 12,4 x 17,2 cm
Inv.-Nr. 1959Pl8 / Erworben 1959

Moissey Kogan ist neben Druckgrafiken und frühen Reliefs vor allem mit späten Vollplastiken im Bestand des Neusser Museums vertreten. Sein Interesse gilt zeitlebens der weiblichen Aktfigur, die er in knienden, sitzenden und stehenden Frauentorsi verewigt. Das Fragmentarische, die archaische Vereinfachung und statuarische Stille wird schon früh zur Formsprache Kogans, die er später kaum noch variiert und dadurch ein ungewöhnlich homogenes Werk schafft. Ein charakteristisches Beispiel stellt diese Terrakotta dar. Obgleich sie zu den wenigen Figuren zählt, bei denen Kogan die geschlossene Kontur aufbricht, spiegelt sie die formale Reduktion, den zeitlosen Ausdruck und die weibliche Anmut seiner Akte beispielhaft wider. Obgleich der Kopf gegenüber der Massivität des Oberkörpers und der Überlängung des Unterkörpers zu klein erscheint, zeigt die Figur eine weitreichende Harmonie der Proportionen. Der geneigte Kopf unterstreicht den Ausdruck von Ruhe und Innerlichkeit. Auch die zarten Gesichtszüge spiegeln die charakteristische Typisierung wider, die den Ausdruck von Allgemeingültigkeit verstärkt. Die Figuren Moissey Kogans erinnern in ihrer klassischen Reduktion und tektonischen Strenge an die Figuren Aristide Maillols, der dem jungen Künstler eine große Zukunft als Bildhauer prophezeit.