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Johann Anton Ramboux

1790–1866

Das Opfer Abrahams, um 1820
Öl auf Leinwand, auf Holz aufgezogen / 24 x 31 cm
Inv.-Nr. 1985.035 / Erworben 1985

Ramboux reist 1816 nach Rom und macht die Bekanntschaft mit Künstlern des Lukasbunds um Peter von Cornelius und Friedrich Overbeck. Das Studium der Alten Meister in Italien bildet die Grundlage seiner Bildsprache, die der romantisch-christlichen Erneuerung der Nazarener dient. Wie prägend die Auseinandersetzung ist, zeigt das in Rom entstandene Ölbild. So erinnern das in traditioneller Manier transparent aufgetragene, leuchtende Kolorit und die kontrastreiche Lokalfarbigkeit an mittelalterliche Darstellungen. Auch die Auffassung von Figur und Landschaft sowie die simultane Darstellung von verschiedenen Momenten der Bibel lassen das altmeisterliche Vorbild erkennen. Die zentrale Szene zeigt den Moment, in dem Abraham von Gott die Weisung erhält, ihm seinen einzigen Sohn als Brandopfer darzubringen. Tradierte Darstellungen zeigen meist den dramatischen Moment, in dem das Opfer von einem Engel in letzter Sekunde verhindert wird. Ramboux dagegen schildert Abrahams einsame Verzweiflung zwischen tiefempfundener Vaterliebe und Gottesfurcht. Ganz im Sinne der Romantik zeigt er ihn als einen Menschen im Augenblick des Zweifelns und bietet die Möglichkeit zur Einfühlung.