Schützende Engel und himmlische Helfer

 

27.September 2015 bis 3.April 2016


Wo Gefahren drohen, da sind sie nicht weit: Schutzengel wachen über Kinder und Heranwachsende und bewahren sie vor vielfältigen Gefahren. Nähern sich die Kleinen beim Spiel gedankenverloren einem Abgrund, dann werden sie vom himmlischen Helfer gebremst. Auch das Überqueren eines schmalen Stegs birgt lebensbedrohliche Risiken, die durch das persönliche Geleit des Bewachers minimiert werden.
Die Darstellung von Schutzengeln lässt sich bis in die Spätantike zurückverfolgen. In der Ausstellung waren jedoch ausschließlich Beispiele aus dem 19. & 20. Jahrhundert aus der eigenen Sammlung des Museums für Populäre Druckgrafik zu sehen, die eine ganz eigene Bildsprache haben. In den Wohnräumen des Kleinbürgertums beider Konfessionen erfreuten sich die Schutzengeldarstellungen seit dem ausgehenden 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit. Die Bildträger und Herstellungstechniken sind vielfältig: Auf Prägedrucken, Stanzspitzenbildern, Postkarten und farbigen Drucken der Zeit finden sich die Motive wieder. Die Größe der Exponate reichte vom kleinformatigen Andachtsbild bis zum großformatigen Öldruck.

 

nach Wilhelm von Kaulbach, zu Gott, Chromolithografie

Rita Rohlfing
Das Virtuelle im Konkreten

 

13.September 2015 bis 10.Januar 2016


Die Ausstellung der Kölner Künstlerin Rita Rohlfing (geb. 1964) steht im Kontext der museumseigenen Sammlung zur Farbmalerei. Für die Räumlichkeiten des Hauses hat sie ein ortsspezifisches Konzept aus Installation, Projektion, Objektkästen und Fotografien erarbeitet. Mit diesem wirkt Rita Rohlfing der architektonischen Strenge und Schwere ebenso wie der Abgeschlossenheit des Baukörpers entgegen.

 

Im Gartensaal etwa hat Rohlfing eine Installation realisiert, die ein Fenstersegment in einen leuchtenden Farbraum verwandelt und damit die Trennung zwischen architektonischem Innenraum und natürlichem Außenraum optisch aufhebt. Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Katalog und einem reichen Veranstaltungsprogramm begleitet.

 

 

Rita Rohlfing, KRISTALLBLAU, 2014, Acrylglas, Acrylfarbe
Jesus Christus, Druck und Verlag von A. Felgner in Berlin, Kolorierte Lithographie mit Tinseln, 33,8 x 25,7 cm

Ein Bild ist nicht genug –
Der Kunstverlag A. Felgner

 

31.Mai —6.September 2015

 

Im Jahr 1844 wird in Berlin die Kunstverlagshandlung und Lithographische Anstalt A. Felgner gegründet. Das Programm des Verlags umfasst Lithografien, Ölfarbendrucke, Reliefs und Buntdrucke. Einen hohen Wiedererkennungswert haben die zumeist mit einem breiten schwarzen Rand versehenen Populargrafiken aufgrund ihrer auffälligen Konturenbetonungen. Ganze Reihen von aufgeklebten, kleinteiligen Blatt- oder Sternformen aus Gold- und Silberfolien betonen die Umrisse der abgebildeten Figuren. Nicht selten haben die sogenannten Tinsel auch die Form von Vasen, Zeptern oder Blüten, die eigens in Spezialfabriken hergestellt werden. Heute werden diese auffälligen, schillernden Arbeiten vielfach als überladen oder kitschig empfunden. Bemerkenswert ist, dass der Verlag mit Werken ganz anderer Erscheinung noch eine weitere Käuferschicht anzusprechen sucht. Für die gehobene, gutbürgerliche Klientel werden Lithografien nach sorgfältig gezeichneten Blättern produziert, die dem interessierten Bildbetrachter alle notwendigen Informationen zu Urheber und Bildthema liefern.

 

Mit mehr als fünfzig Blättern besitzt das Clemens Sels Museum Neuss dank großzügiger Schenkungen und Zukäufe einen Bestand, der einen repräsentativen Eindruck von dem vielseitigen Programm der Kunstverlagshandlung A. Felgner wiedergibt. In der Ausstellung im Feld-Haus wird dem Publikum eine Auswahl der herausragendsten Objekte der Sammlung gezeigt.

 

 

Jesus Christus, Druck und Verlag von A. Felgner in Berlin,
Kolorierte Lithographie mit Tinseln, 33,8 x 25,7 cm

re:set
abstract painting in an digital world

 

17. Mai bis 2. August 2015

 

Die Ausstellung „re:set“ umfasste zwölf Positionen ungegenständlicher Malerei aus Deutschland, Belgien, Dänemark und den Niederlanden. Die zahlreichen Werke zeigten, wie vielfältig die aktuellen Künstler auf die Herausforderungen von Digitalisierung und Virtualisierung reagieren. Das Digitale dringt weltweit immer weiter in den Alltag ein und überflutet uns mit Massen von computergenerierten Bildern. Nie zuvor waren Bilder wichtiger. Und nie zuvor waren sie leichter herzustellen, zu bearbeiten und zu manipulieren. Was kann Malerei heute leisten und bedeuten? Kann sie die an sie gestellten Erwartungen noch erfüllen oder ist ein Neustart nötig?

 

Die von den Künstlern Claudia Desgranges und Friedhelm Falke konzipierte Wanderausstellung fand nach Stationen im Amsterdamer Kunstverein, im Kunstmuseum Celle, in der Kunsthalle Recklinghausen und im Kunstmuseum Heidenheim ihren Abschluss im Clemens Sels Museum Neuss. Anhand einer veränderten Werkauswahl warft die Ausstellung einen neuen Blick auf dieses zukunftsweisende Thema und stellt die Möglichkeiten und Perspektiven von abstrakter Malerei in einer digitalen Welt zur Diskussion. Nach umfangreicher Sanierung und mehrmonatiger Schließung feierte das Clemens Sels Museum Neuss mit dieser Ausstellung seinen sprichwörtlichen „Neustart“.
Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen.

 

 

Friedhelm Falke, Fakt, 2012, Acryl und Lack auf Nessel

urKULTur
Prähistorische Religionen am Niederrhein

 
23. August bis 8. November 2015

 

Bestattungen, sakrale Plätze, rituelle Objekte und Darstellungen von Göttern oder übernatürlichen Wesen sind die letzten Zeugnisse, die Auskunft über die religiösen Gedankenwelten der urgeschichtlichen Menschen geben können. Oft aber bleibt die Bedeutung der Gegenstände und Rituale, die sich in den Ausgrabungsbefunden spiegeln, rätselhaft und mehrdeutig. Gleichwohl zeigen sie, dass die damaligen Bewohner des Niederrheins bereits komplexe religiöse Vorstellungen besessen haben müssen. Rituelle Deponierungen jungsteinzeitlicher Jadeitbeile, bronzezeitliche Opfergaben in Gewässern, römische Amulette und Götterbilder zeichnen ein buntes Bild religiösen Lebens, das uns vielfach fremd und doch wieder bekannt erscheint, häufig aber nur durch ethnografische Vergleiche verständlich wird.
Die Ausstellung und Entdeckungsreise in die Geistesgeschichte der Frühzeit entstand in Zusammenarbeit mit den Instituten für Ur- und Frühgeschichte sowie für Afrikanistik und Ägyptologie der Universität zu Köln.
 
 

Tönerner Kopf einer römisch-germanischen Muttergottheit aus Neuss, Clemens Sels Museum Neuss