Unser Museum der Zukunft
Präsentation der Wettbewerbsarbeiten von Neusser Schulen

25. November 2012 bis 27. Januar 2013

Das 100-jährige Jubiläum des Clemens-Sels-Museums Neuss war ein Anlass,  zurückzublicken und sich seiner traditionsreichen Geschichte zu erinnern. Runde Geburtstage bieten aber auch die Gelegenheit, in die Zukunft zu schauen und zu fragen, wie es weitergehen könnte. Vor diesem Hintergrund initiierte das Museum gemeinsam mit der Sparkasse Neuss den Schulwettbewerb „Unser Museum der Zukunft“, der eine Plattform für die Meinung junger Menschen war. Sie sind die zukünftigen Gestalter unserer Kultur und unserer Gesellschaft. Mit der Teilnahme an diesem Projekt hatten sie schon heute die Gelegenheit, sich aktiv an der Diskussion um die künftige Gestaltung der Institution Museum zu beteiligen.

Zunächst erkundeten die Teilnehmer das Museum und seine Aufgaben, um dann zu beschreiben, wie ihr „Museum der Zukunft“ aussehen sollte. Wichtige Fragen stellten sich dabei: Was wird zukünftig gesammelt? Wie stellt man sich die Architektur vor? Welche Möglichkeiten sollte ein Museum bieten, um die Sammlungen und die verschiedenen Themen auf spannende und erkenntnisreiche Weise zu entdecken? In der Jurysitzung am 12. November 2012 wurden die eingereichten Ideen von Marita Koblenz-Lüschow (Schulrätin des Rhein-Kreises Neuss), Raimund Franzen (Sparkasse Neuss), Klaus Richter (Fachbereichsleiter für Bildende Kunst an der Alten Post) und der Museumsdirektorin Dr. Uta Husmeier-Schirlitz bewertet.

Im Anschluss an die Eröffnung der Präsentation von allen eingereichten Arbeiten am Sonntag, dem 25. November 2012 um 11.30 Uhr wurden die Wettbewerbsarbeiten prämiert.

Am 24. Januar 2013 um 17.00 Uhr veranstaltete das Museum erstmals einen Neujahrsempfang für alle Schulen in Neuss. Vor allem den Schülerinnen und Schülern der prämierten Beiträge wurde die Gelegenheit geboten, ihre Arbeiten nochmals einem größeren Publikum vorzustellen. Bei einem Umtrunk für Schüler, Lehrer und Eltern konnte über die Ideen weiter diskutiert werden. 

 

 

Präsentation des Audioguides der Martin-Luther-Schule und der Görresschule im Clemens-Sels-Museum Neuss      

Sehnsucht nach Farbe – Moreau, Matisse & Co.

23. September 2012 bis 13. Januar 2013

Das Highlight des 100-jährigen Jubiläums bildete das internationale Ausstellungsprojekt „Sehnsucht nach Farbe – Moreau, Matisse & Co.“ im Clemens-Sels-Museum Neuss, das eine in Deutschland einmalige und weltweit anerkannte Sammlung an Werken des französischen Symbolisten Gustave Moreau besitzt. Erstmals in Deutschland widmete sich das Haus dem „Vater des Symbolismus“ als Maler und als Lehrer an der École des Beaux-Arts in Paris. Die Ausstellung bot eine Gegenüberstellung Moreaus mit seinen bedeutendsten Schülern wie Henri Matisse, Georges Rouault und Edgard Maxence ebenso wie Henri Evenepoel, Charles Camoin, Albert Marquet und Henri Manguin. Die Präsentation umfasste rund 60 hochkarätige Gemälde, Aquarelle und Handzeichnungen. Die zahlreichen Leihgaben wurden dem Museum von bedeutenden Häusern wie dem Musée d’Orsay, dem Centre Pompidou, dem Musée Gustave Moreau und der Fondation Georges Rouault in Paris sowie dem Musée départemental Matisse in Le Cateau Cambrésis und weiteren renommierten Museen in Deutschland und Belgien zur Verfügung gestellt. Mit dieser Ausstellung bot das Haus einen einmaligen Kunstgenuss und unterstrich sein besonderes Sammlungsprofil.

Die Jubiläumsshow wurde von einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm begleitet, das von Vorträgen und Expertengesprächen über Konzerte und Workshops bis hin zu einer jungen Nacht für Jugendliche und junge Erwachsene reichte. 

 

 

Gustave Moreau, Der Abend, 1887, Aquarell, Clemens-Sels-Museum Neuss

 

Der liebe Advent und der freudenreiche Rosenkranz – Zum Wandel des Advents
Populäre Druckgrafiken sowie ausgewählte Rosenkränze aus der Sammlung von Weihbischof Heinrich Janssen
Feld-Haus – Museum für populäre Druckgrafik

21. Oktober 2012 bis 3. Februar 2013

Der Advent ist heute eine Zeit zahlreicher Genüsse – Glühwein, Kekse und Stollen gibt es in üppigen Mengen. Früher war der Advent jedoch eine Zeit des Fastens – nur unterbrochen durch bedeutende Heiligenfeste – und des intensiven Betens. So bereitete man sich auf die Ankunft Christi vor. In katholischen Regionen wurde in den vorweihnachtlichen Wochen häufig der freudenreiche Rosenkranz gebetet, dessen Mysterien z.B. auf die Empfängnis Jesu, seine Geburt in Bethlehem und seine Darbringung im Tempel verweisen.

Den Wandel des Advents, der früher schon am 11. November begann, griff die Ausstellung auf und betrachtete zugleich die Geschichte des Rosenkranzes. Neben Druckgrafiken zu den Themen Advent, Heilige im Advent und Rosenkranzgebet wurden auch ausgewählte Rosenkränze aus vier Jahrhunderten präsentiert, die das Niederrheinische Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer aus der Sammlung von Weihbischof Heinrich Janssen zur Verfügung stellte.

 

 

 

Gesätze, 19. Jahrhundert, Süddeutschland oder Böhmen, Sammlung Weihbischof Heinrich Janssen, Leihgabe des Niederrheinischen Museums für Volkskunde und Kulturgeschichte, Kevelaer

 

Freunde der Kunst – Freude an der Kunst
Ausstellung des Museumsvereins 

28. Oktober bis 31. Dezember 2012

2012 feierte nicht nur das Clemens-Sels-Museum Neuss sein 100-jähriges Bestehen. Auch die Freunde und Förderer des Hauses konnten ein kleines Jubiläum begehen, denn der Museumsverein wurde 50 Jahre alt. Aus diesem Anlass war im Clemens-Sels-Museum Neuss eine Auswahl von Kunstwerken zu sehen, die dem Haus vom Museumsverein  gestiftet wurden.  

 




Johan Thorn Prikker, Julians Fahrt über den Fluss, 1906, Mischtechnik auf Aquarellkarton, Geschenk des Museumsvereins zum 100-jährigen Jubiläum des Clemens-Sels-Museums Neuss 

Arbeiten der Brücke-Künstler
Grafisches Kabinett

Juni bis September  2012

Nach Max Ernst und Otto Pankok widmete sich die Kabinettausstellung ausgewählten Druckgrafiken der 1905 gegründeten Künstlergruppe „Brücke“. Es wurden Arbeiten ihres Mitbegründers und wichtigen Vorreiters Erich Heckel gezeigt, die durch eine Auswahl an Blättern seiner namhaften Kollegen Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde und Karl Schmidt-Rottluff ergänzt wurden.

Im Zentrum der Ausstellung stand ein seltener Holzschnitt von Erich Heckel, der 2011 im Kunsthandel erworben und als Neuzugang der Sammlung erstmals präsentiert wurde. Das 1923 entstandene Bildnis „Kopf Thorn Prikker“ zeigt das Konterfei des Malers und Kunsthandwerkers Johan Thorn Prikker, der mit zentralen Werken in der Sammlung des Clemens-Sels-Museums Neuss vertreten ist. Heckel und Thorn Prikker lernten sich über den  Hagener Sammler Karl Ernst Osthaus kennen, der ihnen 1912 den Auftrag für die gemeinsame Gestaltung einer Kapelle erteilte und damit den Grundstein ihrer langjährigen Freundschaft legte. Gemeinsam mit dem Holzschnitt wurde der Abguss der Totenmaske Thorn Prikkers von 1932 ebenso erstmals präsentiert. Die von Johann Wallner geschaffene Bronze wurde dem Clemens-Sels-Museum Neuss 2011 als „Geschenk der LETTER Stiftung Köln in Erinnerung an August Hoff und Irmgard Feldhaus“ überreicht.   

 

 

Otto Mueller, Ein sitzendes und ein kniendes Mädchen unter Blättern (Badende), 1920, Kreidelithografie, Clemens-Sels-Museum Neuss  

Neusser Wunderkammer – Neusser sammeln allerlei

8. März bis 15. April 2012

Mit der „Neusser Wunderkammer“ sollte anlässlich des 100. Geburtstags des Clemens-Sels-Museums Neuss an ein Sammlungskonzept aus der Frühzeit der Museumsgeschichte erinnert werden: Die in der Spätrenaissance und im Barock vorherrschenden Kunst- und Wunderkammern erwuchsen der großen, von der Entdeckung Amerikas inspirierten Begeisterung für das Unbekannte und Fremdartige. Sie präsentierten Objekte unterschiedlichster Herkunft, Bedeutung und Bestimmung als ein Theatrum Mundi, ein Abbild der Welt im Kleinen. Die meist fürstlichen Eigentümer dieser Sammlungen bewiesen auf diese Weise nicht nur Bildung und Geschmack, sondern erlangten auch symbolisch den Status von „Weltherrschern“. Zu den bekanntesten Kunst- und Wunderkammern zählen die 1563 bis 1567 entstandene Münchener Kunstkammer von Herzog Albrecht V. von Bayern (Teile dieser Sammlung befinden sich heute auf Burg Trausnitz in Landshut), die Kunstkammer des Erzherzogs Ferdinand von Tirol auf dem 1573 eigens als Museumsbau errichteten Schloss Ambras bei Innsbruck, die Prager Kunstkammer Kaiser Rudolfs II. 1607 bis 1611 und das grüne Gewölbe in Dresden, die 1723 bis 1730 eingerichtete Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten August der Starke.

Idealtypisch für diese fürstlichen Kunstkabinette war die Gliederung der Sammlung in Naturalia, Artificialia, Scientifica und Exotica: Zu den Naturalia zählten neben Mineralien, Muscheln, Tier- und Pflanzenpräparaten auch antike Kunstwerke, da sie ähnlich wie Fossilien aus der Erde geborgen wurden. Als Artificialia galten Gemälde, Skulpturen und alle Formen kunstgewerblicher Veredelung von natürlichen Rohstoffen wie beispielsweise Silber- und Gold-Schmiedearbeiten, Porzellan oder Elfenbeinschnitzereien. Musikinstrumente, Messinstrumente der Zeit und des Raums, mechanische Automaten und Weltkugeln umfasste der Bereich der Scientifica, während Artefakte aus Ostasien und Amerika zu den Exotica zählten.

Geistesgeschichtlich steht das museale Konzept der Kunst- und Wunderkammer nicht nur in einer christlich-abendländischen Tradition, sondern auch an der Schwelle zur Aufklärung. Die Vorstellung einer durch die genaue Betrachtung vermittelten Erkenntnis des universalen Zusammenhangs aller Dinge ist Ausdruck einer Weltanschauung, in der die sinnlich erfahrbare Einheit von Geschichte, Kunst, Natur und Wissenschaft eine göttliche Ordnung der Welt belegt. Zugleich umfasst das Modell der Kunst- und Wunderkammer die unerschöpfliche und spielerische Wandelbarkeit der Naturformen und illustriert damit ein Phänomen, das zu den Grundlagen der Evolutionstheorie im 19. Jahrhundert zählt. Auch viele Künstler des 20. Jahrhunderts wie Pablo Picasso, Marcel Duchamp, Max Ernst, Francis Bacon und Joseph Beuys machten aus ihren Ateliers Wunderkammern en miniature, Sammelsurien gefundener Artefakte und Naturalien, um sich auf spielerische Weise von der assoziativen Vielfalt ihrer Formen inspirieren zu lassen.

Mit unverstelltem Blick – Naive Kunst aus Polen
Feld-Haus – Museum für populäre Druckgrafik

15. Juli bis 7. Oktober 2012

Das Kulturministerium NRW und das NRW KULTURsekretariat hatten mit ihren Partnern in NRW und Polen unter dem Motto „Klopsztanga*. Polen grenzenlos NRW" ein spartenübergreifendes Kulturaustauschprogramm ins Leben gerufen.

Das Clemens-Sels-Museum Neuss besitzt mit über 800 Werken eine beachtliche Sammlung zur Kunst der Naiven. Über 250 Arbeiten davon wurden von polnischen Künstlern geschaffen. Daher präsentierte das Museum in seiner Dependance Feld-Haus – Museum für populäre Druckgrafik die Ausstellung „Mit unverstelltem Blick – Naive Kunst aus Polen“. Diese umfasste eine Auswahl von rund 80 Arbeiten Naiver Kunst aus Polen, die einen repräsentativen Einblick in den Bestand des Clemens-Sels-Museums Neuss ermöglichte.

Die Ausstellung stellte Skulpturen bekannter Bildschnitzer wie Stanisław Denkiewicz, Bolesław Suska oder Adam Zegadło in Dialog mit Gemälden von Katarzyna Gawłowa und Aquarellen des in Krynica unter dem Namen Nikifor berühmt gewordenen Künstlers. Zwei Aquarelle Nikifors, dessen Lebenswerk auf etwa 10.000 Arbeiten geschätzt wird, stammten aus dem Nachlass von Dr. Irmgard Feldhaus und konnten erstmals vorgestellt werden.

 

Jäger der verlorenen Geschichte

6. Mai bis 19. August 2012

In der Ausstellung ging es um die spannende Geschichte der archäologischen Entdeckungen in Neuss. Dabei gab es nicht nur für Kinder einiges auszuprobieren und zu erkunden. Nicht nur die Forscher- und Sammlerpersönlichkeiten sowie ihre Familien wurden thematisiert, sondern auch die Entwicklung der archäologischen Forschungsmethoden und des Wissens über die Vergangenheit dargestellt.

Seit dem 17. Jahrhundert hatte man in Neuss immer wieder spektakuläre römische Funde in der Erde entdeckt. Früh begannen daher Neusser Bürger, sich mit der Geschichte ihrer Stadt zu beschäftigen und diese zu erforschen. Aber erst mit den Ausgrabungen des Neusser Arztes Dr. Hermann Jäger begann eine systematische archäologische Forschung. Jäger gründete einen Altertumsverein und rief 1845 für die von ihm freigelegten Bodenfunde das „Städtische Museum für Alterthümer der Umgegend“ ins Leben. Ein zweiter Altertumsverein mit ähnlichen Zielsetzungen folgte 1877. Dr. Clemens Sels war hier der ehrenamtliche Museumswart. 1886 gelang dem Neusser Constantin Koenen die spektakuläre Entdeckung des lang gesuchten römischen Legionslagers. Das von 1887 bis 1900 untersuchte Lager ist bis heute das einzige vollständig ausgegrabene Legionskastell.

1912 entstand das erste Museumsgebäude in Neuss: Pauline Sels hatte den Nachlass ihres Mannes Dr. Clemens Sels der Stadt Neuss für den Bau eines entsprechenden Gebäudes gestiftet. Den Kern der Altertumssammlung bildeten zahlreiche archäologische Funde aus Neuss. Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderten sich die Schwerpunkte der archäologischen Forschung. Naturwissenschaftliche Untersuchungsverfahren revolutionierten die Erkenntnismöglichkeiten. In den 1950er und 1960er Jahren wurde das römische Novaesium Gegenstand eines ausgedehnten archäologischen Forschungsprojekts. Mit der Gründung der kommunalen Bodendenkmalpflege 1983 rückte die Mittelalterarchäologie ins Zentrum der Forschung. So konnten in den letzten 30 Jahren vor allem im Stadtkern viele spannende Ausgrabungen durchgeführt werden, die unser Bild vom alten Neuss nachhaltig verändert haben.

 

100 Jahre – 100 Schätze
Das Clemens-Sels-Museum Neuss feiert Jubiläum

22. Januar bis 15. April 2012

1912 konnte dank des großzügigen Vermächtnisses von Pauline Sels, der Ehefrau von Dr. Clemens Sels, der erste städtische Museumsbau im Stil eines antiken Tempels auf dem Marktplatz errichtet werden. Dem Städtischen Museum schenkte sie außerdem die umfangreiche kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung ihres Mannes, dessen Namen das jetzige Museum seit 1950 trägt.

Nach der Zerstörung des ersten Museumsbaus im Zweiten Weltkrieg fanden die geretteten Bestände im mittelalterlichen Obertor eine neue Präsentationsstätte. Im Zuge des intensiven Ausbaus der Sammlungsbestände durch Dr. Irmgard Feldhaus wurde 1975 ein Neubau nach den Entwürfen des Architekten Professor Harald Deilmann errichtet.

Aus Anlass seines 100-jährigen Bestehens präsentierte das Museum 100 hochkarätige Werke aus allen Sammlungsbereichen: So gab es im Rahmen der Ausstellung „100 Jahre – 100 Schätze“ ein Wiedersehen mit berühmten Kunstwerken der niederländischen Schule, der Nazarener, der Präraffaeliten und der Symbolisten ebenso wie der Rheinischen Expressionisten, der Kunst der Naiven und der Farbmalerei. Zudem wurden römische und mittelalterliche Bodenfunde sowie Objekte gezeigt, die die bewegte Geschichte von Neuss lebendig werden ließen. Ferner konnte man sich auch von der Bedeutung der volkskundlichen Schätze überzeugen.