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Hohlkugel-Sonnenuhr
Hohlkugel-Sonnenuhr

Hohlkugel-Sonnenuhr

1. Jahrhundert n. Chr.

Kalkstein / 12,7 x 29,6 x 42,8 cm
Inv.-Nr. N2783 / Gefunden nahe der Kölner Straße in Neuss

Die Sonnenuhr wurde in der Zivilsiedlung vor den Toren des Legionslagers in Neuss-Gnadental gefunden. Sie ist der älteste bekannte Zeitmesser des Rheinlands. Ihr Zifferblatt befindet sich in einer halben Hohlkugel, die in der Mitte einen Schattenstab besitzt. Die eingeritzten vertikalen Linien zeigen die von der jeweiligen Jahreszeit abhängige Lage der zwölf Tagesstunden an. Mit Hilfe der horizontalen Linien lassen sich die Länge der Schatten und somit der jeweilige Monat bestimmen. Zwar gliedert sich der Tag seit der julianischen Kalenderreform in 24 Stunden, doch zählen die Römer ihre Stunden im Alltag auf eine andere Art. Ihr Tag beginnt mit dem Sonnenaufgang und endet mit dem Sonnenuntergang. Je nach Jahreszeit dauert er also zwischen 8 und 16 Stunden zu je 60 Minuten. Unabhängig von der Jahreszeit unterteilen die Römer ihn in 12 horae (Stunden). Eine hora beträgt demnach im Winter etwa 40 Minuten, im Sommer dagegen bis zu 90 Minuten.