Museum und Dependancen

Pavillon „Fossa Sanguinis“

Der 1956 ausgegrabene Keller erlangt als vermeintlicher römischer „Kybele-Kultkeller“ weithin Bekanntheit. Die beiden scheinbar nicht erklärbaren Treppen lassen eine kultische Verwendung vermuten. Man bringt ihn in Zusammenhang mit einem Ritual des Kybelekults, bei dem man das Blut eines geschlachteten Stiers auf einen in einer Grube sitzenden Priester tropfen lässt. Die kleinasiatische Göttin Kybele wird in Rom als Magna Mater (Große Göttermutter) verehrt. Die Deutung des Kellers als „Bluttaufkeller“ ist jedoch falsch. Alle bisher bekannten Kybeleheiligtümer befinden sich in Podiumstempeln und besitzen keinen Taufkeller. Das laienhaft aus wiederverwendeten römischen Werksteinen gesetzte Mauerwerk unterscheidet sich klar von dem soliden römischen Werksteinmauerwerk des 1. bis 3. Jahrhunderts. Münzfunde zeigen, dass der Keller erst nach der Mitte des 4. Jahrhunderts verfüllt wurde. Möglicherweise stammt er gar nicht aus römischer, sondern aus späterer Zeit.

 

Pavillon Fossa Sanguins

Gepaplatz

41460 Neuss