SAMMLUNGEN

COLLECTIONS

Félix Vallotton

1865–1925

Gabrielle Vallotton en robe jaune –Gabrielle Vallotton im gelben Kleid, 1908
Öl auf Leinwand /81 x 65 cm
Bezeichnet o. r.: F. Vallotton. 08 / Inv.-Nr. 1985.078
Erworben 1985

Das Bildnis der Gabrielle Vallotton ist das letzte Porträt, das er von seiner Ehefrau realisiert. Seine Kindheit ist von calvinistischer Strenge und Einfachheit geprägt. Nach seinem Umzug nach Paris 1882 erlebt Vallotton schwierige Jahre. Erst die Heirat 1899 verändert seine Lage, da er nun zur Pariser Bourgeoisie gehört und sich ganz auf die Malerei konzentrieren kann. Aufgrund der sozialen Unterschiede gestaltet sich die Ehe jedoch schwierig, was im Porträt zum Ausdruck kommt: In großbürgerlicher Manier blickt Gabrielle von erhöhtem Standpunkt auf den Maler herab. In früheren Bildern gelöst und heiter dargestellt, personifiziert sie nun Kommunikations- und Teilnahmslosigkeit. Auch die gebrochenen Farbtöne betonen die konfliktreiche Atmosphäre.

Mit dem „Blick auf Trouville“ malt Vallotton ein weiteres bedeutendes Werk. Der Sonnenuntergang wird zu seinem Lieblingsthema, dem er sich während der Sommeraufenthalte in der Normandie intensiv widmet. Die Meereslandschaft inspiriert ihn zu kühnen Bildlösungen, in denen er den Höhepunkt der Abstraktion in seinem Schaffen erreicht. Vallotton geht es um den wohlkalkulierten Einsatz von Form und Farbe und bezeichnet seine späten Werke daher als „komponierte Landschaften“.

Vue de Trouville, le soir – Blick auf Trouville, am Abend, 1910
Öl auf Leinwand / 42 x 80 cm
Bezeichnet u. r.:F. VALLOTTON. (Nachlassstempel)
Inv.-Nr. 1983.114 / Erworben 1983