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DAS RÖMISCHE NEUSS

Novaesium, das antike Neuss, ist der älteste römische Militärstandort am Niederrhein. Um das Jahr 30 vor Christus entsteht hier erstmals ein Militärlager.

Etwa 400 Jahre lang bestimmt nun das Militär das Leben in der Region und errichtet in dieser Zeit eine zivilisatorische Infrastruktur, wie sie erst in der Neuzeit wieder erreicht wird. Die frühen Lager in Novaesium sind temporär genutzte Holz-Erde-Befestigungen. Sie dienen als Basiscamps für Militäroperationen im rechtsrheinischen Germanien. Die Varusschlacht im Jahr 9 nach Christus bedeutet das Ende der römischen Expansionsbestrebungen in den linksrheinischen Gebieten. Nacheinander entstehen nun mehrere Lager mit festen Holzgebäuden. In ihnen sind Militäreinheiten ganzjährig stationiert. Um die Lager bildet sich eine Zivilsiedlung, in der Soldatenfamilien sowie Händler und Handwerker leben. 43 nach Christus errichtet man ein neues Lager an der heutigen Erftmündung. Es beherbergt nacheinander die XVI. und die VI. Legion mit ihren Hilfstruppen, jeweils etwa 6.000 Soldaten. Seine Gebäude werden zunächst aus Holz errichtet, aber bald durch Steingebäude ersetzt. Ende des 19. Jahrhunderts gräbt der Neusser Archäologe Constantin Koenen das Lager vollständig aus und schreibt damit Forschungsgeschichte. Als um 100 nach Christus die VI. Legion nach Xanten verlegt wird, gibt man das 24 Hektar große Kastell auf. An seiner Stelle entsteht einige Jahrzehnte später ein Auxiliarlager, in dem eine Reitereinheit von ungefähr 500 Mann stationiert ist. Bis in das 4. Jahrhundert hinein bleibt Novaesium römische Garnison.