SAMMLUNGEN

COLLECTIONS

Aristide Maillol
1861-1944

Les deux soeurs – Die beiden Schwestern, 1899
Bronze, schwarz patiniert / 51,5 x 42,5 x 23 cm
Monogrammiert auf der Seitenfläche l.: AM
Inv.-Nr. 1961Pl015
Erworben 1961

In der frühen Werkphase Aristide Maillols entsteht der bedeutende Tapisserie-Entwurf, auf dem er seine Frau Clotilde und deren Schwester Angélique verewigt. Aufgrund der fließenden, arabeskenhaft geführten Linien der Gewänder und der dekorativen Flächigkeit der Komposition stellt es ein typisches Beispiel der Nabis-Ästhetik dar.

Ohne akademische Ausbildung im plastischen Gestalten beginnt Maillol mit einer Reihe von Statuetten, zu der diese ungewöhnliche Figurengruppe zählt, die ursprünglich als Uhrenständer dienen soll. Bereits hier zeichnet sich Maillols spätere Konzentration auf den weibliche Akt und seine Vorliebe für die klassische Schönheit ab.

Ab Beginn des 20. Jahrhunderts entstehen zahlreiche Druckgrafiken für bibliophile Werke, die Maillol bevorzugt als Holzschnitte ausführt. Der Themen- und Formenschatz von Ovids „Die Kunst zu lieben“ kommt seiner Passion für das klassische Altertum und den weiblichen Akt in seiner statuarischen Schönheit mustergültig entgegen. Durch die Verbindung von Holzschnitt und Lithografie gelingt ihm eine klare formale und inhaltliche Struktur des Malerbuchs, das die stilistische Vielfalt seines druckgrafischen Schaffens beispielhaft erkennen lässt.